Entdecke den Punk in dir

„Randale und Krawall, die Zeiten sind längst vorbei
Wo sind meine Leute hin, die waren früher überall“ (Marteria)

Punk war Rebellion gegen die Massen. Eine Idee gegen Konformität. Doch manchmal wird eine Idee zum Kult, der Kult zur Mode, die Mode gesellschaftsfähig und die Gesellschaftsfähigkeit tötet die einstige Idee. In der breiten Masse lässt es sich nun mal schlecht rebellieren. Reanimationsversuche kanalisieren ihre Energie in die Abgrenzung vom Mainstream, um auch wirklich jegliche Gesellschaftskompatibilität wieder einzubüßen. Das Ziel ist erreicht – denn plötzlich wird die Idee von der nächsten Mode abgelöst. Doch ohne den fehlenden Aufwind hört auch keiner mehr zu. – Punk is dead!? Viele einstige Rebellen stempeln mittlerweile brav von acht bis fünf und vielleicht lebt sogar der eine oder andere Ex-Irokesenträger einige Jahrzehnte später in devoter Haltung eher die „Bück dich hoch“, statt „Fuck the system“ – Mentalität. Übrig geblieben sind nur noch die „Hartgesottenen“. Doch was ist heute dein Bild eines „hartgesottenen Punks“?


„Hasse mal nen Euro?“ steht für die Stereotypisierung einer kompletten Bewegung. Und an der Stelle muss ich für meinen Teil sagen: „Klar!“ Denn für mich steht jeder Euro als ein „Invest“ in die Rebellion, egal wie sie von meinem Gegenüber gelebt wird. Mir ist es egal was er mit dem Euro anstellt, mir ist es egal, was er in diesem Augenblick von mir denkt und für einen Moment ist es mir egal, was irgendjemand über mich denkt. Was mir nicht egal ist, ist, dass es doch noch eine kleine, echte Opposition in der Gesellschaft gibt. Es mag nicht derjenige sein, dem ich gerade den Euro in die Hand gedrückt habe. Aber es gibt noch den Funken, der einfach mal dagegen ist.

Und wenn wir ehrlich zu uns selber sind, möchte nicht jeder etwas „inkompatibel“ sein? Zwischendurch einfach mal den Mittelfinger zeigen und die roten Boxhandschuhe auspacken? Einfach mal klare Ansagen machen und sich nicht nur ausmalen, wie eine Konfrontation hätte auch anders ablaufen können? Ein bisschen weniger Ja und ein bisschen mehr Nein. Ein bisschen mehr wie Ich und ein bisschen weniger wie der Rest. Ich meine ja nicht direkt, dass man gleich anfangen muss das System niederzureißen, denn vorher müsste man erst einmal wissen, wie man es besser machen könnte. Sondern ich meine einfach nur von Zeit zu Zeit für dich und für deine Überzeugungen einstehen. Nicht gleich blind gegen den Strom schwimmen, sondern dich einfach nur aufrichten und positionieren – dort wo DU stehst. Ein wenig unbequem werden für den Strom um dich herum. Dem Vorgesetzten charmant mit einem Lächeln zu verstehen geben, dass er Konkurrenz in seinen Reihen hat. Er nicht mit deiner Arbeit glänzen muss, sondern dass du das auch schon ganz alleine kannst. Bei dem Idioten vor dir an der Ampel, der mal wieder die Straße für einen Aschenbecher hält, dezent an die Scheibe klopfen, um ihm höflich seinen Müll wieder in die Hand zu drücken. Vielleicht hilft so ein wenig „freundliche Alltagsrebellion“ der angestauten Angepisstheit ein Ventil zu geben.

So flach das Ende dieser Nummer hier auch wird. Definitiv hilft die Alltagsanarchie für den morgendlichen Blick in den Spiegel. Denn wenn es hart auf hart kommt, ist es schön zu wissen, dass du eins könntest: Deinem Gegenüber mit einem Lächeln zu sagen: „Fuck you“!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s