Glaubensfrage

„Ich will nicht ins Paradies,
wenn der Weg dorthin so schwierig ist.“ (Die Toten Hosen)

Katholisch, evangelisch, neuapostolisch, Adventist, moslemisch, taoistisch, Judentum, Buddhist, Hindu, Rastafari, Voodookulturen, Schamanismus… Die Liste der Möglichkeiten sich irgendwelcher Religionen oder Glaubensgemeinschaften anzuschließen ist ewig lang. Wenn ich also wirklich vorhätte, mich aus meiner agnostischen Gefühlswelt hinaus begeben zu wollen, würde das im Vorfeld erst einmal eine Menge Arbeit bedeuten, mir da etwas Passendes auszusuchen.

Fangen wir mal mit dem Offensichtlichen an und klopfen die abendländische Kultur ab. Da wäre als eine Gruppierung, die Frauen auch im 21. Jahrhundert immer noch wie Menschen 2. Klasse behandelt, ihnen innerhalb der Gemeinschaft Ämter untersagt und immer noch an der überholten, familiären Rollenverteilung festhält. Die Fakten machen mir die Entscheidung nicht schwer – also an dieser Stelle schon mal ein klares NEIN zur katholischen Kirche. Aktuell scheint sich der Islam weltweit immer größerer Beliebtheit zu erfreuen. Und auch wenn ich in fast jedem moslemischen Land, das ich bereist habe, begeistert war, von der wirklich herzerwärmenden Gastfreundschaft, hat mir diese Religion aktuell eindeutig zu viele Probleme in ihrer PR Abteilung. Die Pressesprecher der Auslandsvertretungen machen hier in den letzten Jahren keinen guten Job. Jetzt wird es etwas heikel. Zum einen besteht meines Wissens beim Judentum so eine Geburtsrechtklausel, zum anderen habe ich das Gefühl, dass für mich nicht unbedingt eine Ausnahme gemacht werden würde. Hier hat die PR Abteilung meines Landes in der Vergangenheit etwas versagt. Die 30er, 40er Jahre des letzten Jahrhunderts haben uns da nicht gerade Tür und Tor geöffnet.

Auch wenn ich nicht zwingend ein Fan von Krankenhäusern bin, finde ich die Errungenschaften unserer Zeit hinsichtlich Bluttransfusionen und Finger wieder annähen nicht so übel, somit fällt für mich auch alles hinten rüber, was mir den Zugang zu einer umfangreicher medizinischen Versorgung verwehren würde. So langsam arbeite ich mich in Sachen Glaubensgemeinschaften Richtung Fernost durch. Der Zwischenstopp in Indien verwirrt mich. Hier gibt es gleich ein paar Millionen Gottheiten, die mit Vishnu, Kali und Krishna, um die meiste Aufmerksamkeit buhlen – soviel Zeit habe ich wirklich nicht. Außerdem ist mir der Hinduismus zusammen mit dem Buddhismus ein wenig zu sehr New Age geworden. Nebenbei, auch wenn ich Yoga liebe, fällt mir die Sache mit dem still sitzen nicht so wirklich leicht. Und diese ganzen Esoteriker strahlen so eine passive Aggressivität aus, da hätte ich Sorge, meine Nächstenliebe irgendwann im Stich zu lassen und meinen Glaubensbruder umzuboxen.

Ich mag die pragmatische Art der Taoisten, einfach mal ein wenig Geld verbrennen und schon sind die Vorfahren im Jenseits auch wieder flüssig. Als irgendwann festgestellt wurde, dass das Geld im Diesseits fehlt, wurde kurzerhand eine Geisterwährung eingeführt – der Wechselkurs war vielversprechend. Doch mit dem Kapitalismus komme ich schon in dieser Welt nicht so klar, hier möchte ich ungern auf eine Fortsetzung hoffen.

Was mich an allen Richtungen an meisten stört, ist die Selbstgeißelung für ein besseres Leben nach dem Tod. Warum hoffen denn alle auf eine bessere Welt? Da bleibt als Fazit für mich nur noch der Sinaismus. Denn wenn ich an einen Gott glauben möchte, wäre es ein verdammt cooler Schöpfer. Und wenn ich mir die Natur so anschaue, könnte es sein, dass wir uns schon längst im Paradies befinden. Somit genieße ich mein Leben hier auf Erden und falls irgendwann die Himmelstüre aufgehen sollte, denke ich das mein Gott mir sagen wird: „Alles richtig gemacht, denn das ist dein Preis gewesen!“

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