Pro Planet ???

Lawinen aus Metall rollen jeden Morgen durch die Stadt
An unseren Fenstern vorbei
Mama Erde trägt Klunkern – schmückt sich mit Brillanten
Wir rauben sie aus und bestimmen einen Preis
(Marteria)

Unsere Welt besteht mittlerweile aus so viel Plastik, dass selbst Barbie und Ken langsam neidisch zu uns rüber schielen. In unserem Supermarkt um die Ecke, verschwindet jedes einzelne Obststück in einem Beutel, damit diese an der Kasse in vielen nur wenig größeren Beuteln verschwinden können. Und für den Fall, dass mal einer reißt, gibt es einfach noch ein paar Reservetaschen obendrauf, man weiß ja nicht, was der Weg zum Auto noch so bringt. Aber egal, wir habens ja. Dann buddeln wir einfach noch ein bisschen tiefer in die Erde, spritzen ein paar tief gelegenen Gesteinsschichten einen Chemikaliencocktail und schon ziert sich der Erdball nicht mehr so und rückt auch wieder ein bisschen Öl raus. Die vergangenen Eingriffe in die Natur haben ja gezeigt, dass es keinerlei zusammenhängenden Kreislauf gibt, also – jeder nehme was er kann. Und seien wir mal ehrlich, wir geben ja auch wieder etwas zurück. Dank unseres Konsums entstehen ganz neue Kontinente auf dem Meer. Die Fische haben endlich eine völlig neue Nahrungsquelle gefunden und wen interessiert es da schon, dass sie bald mehr Kunststoff enthalten als ihre Kunstköderkollegen.

Doch plötzlich schmilzt Knuts Familie am Nordpol das Eis unter dem Hintern weg und heftige Stürme verwüsten ganze Landstriche und jeder schreit „Klimawandel“ (Trump natürlich ausgeklammert). Auch wenn nicht überall danach gehandelt wird, steckt sich bei großen Reden parteiübergreifend von Obama bis Merkel fast jeder Politiker gerne metaphorisch seinen grünen Button ans Revers. Im letzten Jahrzehnt denkt zumindest ein Teil der Menschheit verstärkt darüber nach, dass so ein Jutebeutel nicht nur ein Accessoire für Hippies ist. Diese ganze Pro Planet Bewegung gibt mir ein gutes Gefühl. Wir erkennen, dass PET-Flaschen nicht eine neue Berechtigung in unserem Alltag gefunden haben, nur weil wir jetzt an einem Automaten 25 Cent für sie zurückerhalten. Es fühlt sich gut an zum „Danke“-Klopapier zu greifen und sich Nudeln mit einer Kartonverpackung zu kaufen. Wir leisten unseren Beitrag und übernehmen Verantwortung.

Diese ganze Pro Planet hört sich so gutherzig und heldenhaft an, aber wem helfen wir eigentlich damit??? Uns selber natürlich!!! Wir wollen unserer eigene Art den Arsch retten, weil wir zwar glauben, dass die Apokalypse noch lange nicht vor der Tür steht, wir aber irgendwie in dieser Sache nicht ganz unseren Berechnungen vertrauen. Denn seien wir mal ehrlich, der Welt ist es völlig gleichgültig was wir mit ihr anstellen, sie hat schon Milliarden Jahre vor uns existiert und vielleicht wird sie auch noch Milliarden Jahre nach uns da sein. Wir möchten doch einfach nicht als die Vollidioten in die Geschichte des Lebens eingehen, die so dumm waren ihre eigene Existenz auszulöschen. Doch wenn wir uns auf etwas verlassen können, dann auf die Gier des Menschen, somit aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Und wenn es soweit ist, können wir uns immer noch einreden, dass es vielleicht unsere Bestimmung war und wir als Virus in unserem kleinen Teil des Sonnensystems ausgesetzt worden sind, um auf unserer Welt einmal die Reset-Taste zu drücken.

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