Hallelujah Abendland

„Hallelujah“ (Leonard Cohen)

Ganz Europa schwebt in Angst. In jeder Polittalksendung wird darüber diskutiert, wie es bald hier mit uns weitergeht – denn die Islamisierung des Abendlandes steht gleich vor unserer Tür. Wer es vielleicht noch nicht mitbekommen hat, der Islam hat längst unseren Alltag erobert, unsere eigenen Werte werden von allen Seiten infiltriert. Heerscharen von Predigern ziehen durchs Land, neue Gotteshäuser sprießen aus dem Boden, um ihre Anhänger willkommen zu heißen. Der Koran wird in allen Sprachen verteilt, um die Botschaft Allahs zu verbreiten, ungeachtet des vorherrschenden Glaubens auf unserem Kontinent – wie unverschämt. Wer sich nicht der passiven Aggressivität der Glaubensauslebung beugt, wird lautstark wachgerüttelt im schlimmsten Fall durch irgendwelche Extremisten, die ihre Fahrzeuge in Menschenmengen steuern, um die Ungläubigen zu bekehren.

Versteht mich nicht falsch, Letzteres kann niemand, zumindest niemand mit ein wenig Verstand, gut heißen, aber trotzdem sollten wir bei all unserem Stolz über unsere christlich geprägte Kultur und der absoluten Freiheit, die damit gleichgesetzt wird, nicht die Historie der in Europa dominierenden Religion vergessen. Denn so richtig freiwillig ist in der Vergangenheit auch kein anderer Kulturkreis zum Christentum konvertiert. Die Römer legten schon gut vor mit einer „Christ oder Stirb“ Mentalität, später zeugte das Wort „Kreuzritter“ auch nicht von pazifistischen Bekehrungsversuchen. Und wer denkt, dass das schon alles lange her ist, sollte darüber nachdenken, ob christliche Hilfsorganisationen in Afrika, während der Essensausgabe, nicht auch den einen oder anderen Psalm vor sich hinmurmeln, bevor sie ihre Barmherzigkeit ausleben.

Wie schon Hagen Rether sagt, ist es nur ein sehr schmaler Grat vom Rosinenpicker zum Korinthenkacker. Und wer von den Weihnachtskirchgängern bei irgendwelchen Anti-Islam-Demos sich wirklich immer wieder auf die christlichen Werte des Abendlandes beruft, kann sich freuen. Vielleicht werden ihm diese nämlich schneller um die Ohren fliegen, als ihm lieb ist. Denn die europäische Missionierung, die auf anderen Kontinenten das Wort Gottes verbreitete – ungeachtet des vorherrschenden Glaubens – hat ganze Arbeit geleistet. Denn in Afrika und Zentral- und Südamerika leben die Menschen auch außerhalb der drei Feiertage anlässlich Jesu Geburt ihren oder soll ich sagen unseren Glauben?! Und so richtig gut finden diese Kulturen nicht, was in Europa mit dem Christentum so passiert ist. Die „Revanche“ ist der Titel für die Re-Missionierung der westlichen Welt und schon das Motto ist so herrlich sarkastisch. Somit hoffe ich doch einmal inständig für die Glaubwürdigkeit unserer „Beschützer der Abendlandkultur“, dass sie unsere afrikanischen und lateinamerikanischen „Brüder“ willkommen heißen und mit ihnen gemeinsam auf die Straße gehen, um das wahre Christentum zurück nach Europa zu holen. Denn dann wird hier endlich niemand wieder einen Star verehren, da es ja nur einen Gott gibt. Es wird jeder uneingeschränkt für seine Familie da sein, da er Vater und Mutter ehrt. Es gibt keine verkaufsoffenen Sonntage mehr, weil an diesem Tag ausschließlich der Herr gefeiert wird. Mobbing und Lästern gehört der Vergangenheit an, weil niemand falsch Zeugnis reden wird wider seines Nächsten. Kein Neid, kein Ehebruch, keinen Sex vor der Ehe … Ich werde mich an diesen Tagen zurücklehnen und das Schauspiel genießen, denn so einen moralischen Bumerang bekommen wir nur ganz, ganz selten geboten – Hallelujah.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s