DIE waren damals noch WIR

Es ist nicht deine schuld, dass die Welt ist wie sie ist,
es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt
(Die Ärzte)

Ein Wahlergebnis wie dieses von Sonntag, kann natürlich auch auf der Causeria nicht unkommentiert bleiben. Doch mit den Stunden die danach vergingen, merkte ich, dass etwas in mir passierte. Aber von Anfang an …

Erst einmal ist es für mich ein Unding das fast die komplette Politik für Wochen lahm gelegt wird. Die einen rufen: „Wenn wir gewählt werden, dann machen wir …“ . Die anderen versprechen: „Wenn wir wiedergewählt werden dann …“ . Und man selber fragt sich: Ihr seid doch gerade eine große Koalition, warum legt ihr nicht einfach schon mal los?

Ich gerhöre in diesem Jahr auch zu den vielen, in den Medien betitelten „Protestwählern“. „DIE waren damals noch WIR“ weiterlesen

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Sesshaft

„Ein Hund kann nicht krähn, ein Fisch kann nicht schrein
und ich kann nicht stehn bleibn, ich bin ’n rollender Stein“ (Peter Fox)

Sesshaft werden liegt so feste in unseren Genen verankert, dass es fast undenkbar ist, sich dieser Routine zu widersetzen. Schon in unserer Kindheit wachsen wir mit der Idealvorstellung auf, irgendwann eine feste geregelte Arbeit, eine eigene Familie und ein nettes kleines Heim zu haben. Es gibt in der gesellschaftlichen Norm überhaupt gar keine Alternative zu diesem Lebensstil. Das Modell hat Variationen. Es gibt den klassischen Vater – Mutter – Kind – Häuschenstil, abgewandelt mit Vater – Vater oder Mutter – Mutter, jeweils mit und ohne Kind oder auch mehr oder weniger erfolgreiche Karriere-Single-Penthouse-Haushalte. Egal für welchen Weg du dich entscheidest, am Ende steht die Sesshaftigkeit als ultimatives Ziel „Sesshaft“ weiterlesen

Herrenwitz

„Wir leben in nem Herrenwitz, der nicht zum Lachen ist
Doch wenn man ihn nur gut genug erzählt, merkt keine Sau, wie flach er ist“ (Jennifer Rostock)

In einer Welt in der Emanze als Schimpfwort gilt, verursacht ein Wort wie „Frauenpower“ akuten Würgreiz bei mir. Auch in Europa ist es in der gesellschaftlichen Entwicklung noch gar nicht so lange her, dass Frauen die gleichen Rechte haben. Es ist kaum zu begreifen, dass selbst die Schweiz, unser direktes Nachbarland, erst in den 1970er Jahren das Stimmrecht für Frauen eingeführt hat. Generationen von Heldinnen füllten die Straßen, damit die Frau sich aus der Käfighaltung der drei Ks – Kirche, Küche, Kinderein Stück weit befreien konnte.

Und was bringt unsere Generation hervor? „Frauenpower“ Würg!!! „Herrenwitz“ weiterlesen

„Wir essen auch nicht viel Fleisch“

Ich ess‘ Blumen – denn Tiere tun mir leid
Lieber Akazien statt ’nen dicken, fetten Schinken“ (Die Ärzte)

„Wir essen auch nicht viel Fleisch“. Wenn bei diesem Satz jedes Mal ein fleischfreies Sparschwein eines Vegetariers mit einem Euro gefüttert worden wäre, könnten mittlerweile alle Mastbetriebe Europas aufgekauft werden.

Man sitzt gemütlich beim Essen in der Kantine und will sich gerade genüsslich seine aufgewärmte Tofupfanne vom Vortag gönnen, als meinem Tischnachbarn mit dem Nackensteak auf seinem Teller, die „sonderlichen Klümpchen“ in meiner Schale auffallen. „„Wir essen auch nicht viel Fleisch““ weiterlesen

Entdecke den Punk in dir

„Randale und Krawall, die Zeiten sind längst vorbei
Wo sind meine Leute hin, die waren früher überall“ (Marteria)

Punk war Rebellion gegen die Massen. Eine Idee gegen Konformität. Doch manchmal wird eine Idee zum Kult, der Kult zur Mode, die Mode gesellschaftsfähig und die Gesellschaftsfähigkeit tötet die einstige Idee. In der breiten Masse lässt es sich nun mal schlecht rebellieren. Reanimationsversuche kanalisieren ihre Energie in die Abgrenzung vom Mainstream, um auch wirklich jegliche Gesellschaftskompatibilität wieder einzubüßen. Das Ziel ist erreicht – denn plötzlich wird die Idee von der nächsten Mode abgelöst. Doch ohne den fehlenden Aufwind hört auch keiner mehr zu. – Punk is dead!? Viele einstige Rebellen stempeln mittlerweile brav von acht bis fünf und vielleicht lebt sogar der eine oder andere Ex-Irokesenträger einige Jahrzehnte später in devoter Haltung eher die „Bück dich hoch“, statt „Fuck the system“ – Mentalität. Übrig geblieben sind nur noch die „Hartgesottenen“. Doch was ist heute dein Bild eines „hartgesottenen Punks“?

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